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SCHULEN in Holzwickede

(Text und Bilder: Dr. E.-M. Eden, Holzwickede)

Das Schulwesen in Holzwickede hat eine recht gut dokumentierte historische Quellenlage und kann recht umfangreich  vorgestellt werden. Damit  besteht das Problem der Strukturierung.

Die Einführung in das Thema soll zunächst einmal die beiden  ersten „Schul“gebäude in Holzwickede vorstellen, die beide nicht mehr aktuell im Straßenbild zu finden sind.

          

               evangelische Volksschule am Rübenkamp 1851                                 kath. Schule 1854 im Westendorf

Beide Gebäude machen nicht den Eindruck eines Zweckgebäudes zum Unterrichten von Kindern, sondern waren tatsächlich erste „Notlösungen“ in Privathäusern zur Beschulung  der Jugend aus den Bauerschaften Holzwickede, Opherdicke und Hengsen.

              

Hatte schon Friedrich Wilhelm, König von Preußen und Markgraf zu Brandenburg, im Edikt vom 28.9. 1717 die allg. Schulpflicht für die Kinder festgelegt, so sah die Wirklichkeit völlig anders aus. Weite Schulwege in Schlamm und Schnee und dies in der Regel in Holzschuhen, präsente Kinder als billige Arbeitskräfte auf den Höfen waren keine guten Voraussetzungen für den regelmäßigen Schulbesuch. Die Lehreraufgabe fiel vielfach einfach dem Küster zu, gut ausgebildete Lehrer waren teuer und zogen den Privatunterricht der Adelskinder und gut betuchter Bürger vor und waren für eine Gemeinde spez. Bauerschaften fast unerschwinglich. Dennoch gingen mit dem Jahr 1851 und 1854  in Holzwickede  die evangelische und katholische Schule an den „Start“.

Die evangelische Schulklasse fand in einem Zimmer im Haus des Tierarztes am Rübenkamp in der Nähe des Schulzenhofes eine Bleibe und im Westendorf von Opherdicke fand im alten Küsterhaus der Stephanuskirche die Beschulung der katholischen Kinder statt.

Es bedarf durchaus einer Schilderung der Verhältnisse, auch wenn aus heutiger Sicht etwas Phantasie dazu erforderlich ist. Die Kinder kamen, wenn sie dann von den Eltern geschickt wurden, in Holzschuhen bei Schlamm, Schnee, Regen und auch evtl. sommerlicher Hitze in einen provisorischen „Schul“raum mit Lehmfußboden und Kanonenofen, der nur wenig und schon gar nicht gleichmäßige Raumwärme im Winter versprach,  die Fenster waren klein zum Fernhalten winterlicher Kälte und die Lichtverhältnisse waren somit katastrophal. Ob Schiefertafeln mit Griffeln jedem Schüler zur Verfügung standen, darf bezweifelt werden. Beschult wurde in diesen Anfangsschulen natürlich ohne Trennung der Altersstufen im Einklassensystem und das Lernziel war Schreiben und Rechnen in seinen Grundformen.

 

Fortsetzung folgt