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Stöbern in der Weihnachtszeit: Historische Quellen Online


Matricula: Anzeige eines Holzwickeder Kirchenbuchs

Archion: Blättern im Opherdicker Bestandskatalog

ZeitPunkt: Tageszeitung vom 14.5.1896

HOLZWICKEDE. In der Weihnachtszeit haben viele von uns Zeit, sich um Dinge zu kümmern, für die im übrigen Jahr weniger Zeit bleibt. Durch die zunehmende Digitalisierung von Archivbeständen und die Öffnung der Archive für den Zugang per Internet gehört dazu inzwischen auch die Historische Forschung an digitalisierten Quellen, wie z.B. alten Kirchenbüchern.

Als Anregung und Anleitung wollen wir rechtzeitig vor den Weihnachtsferien einige Quellen für historische Dokumente vorstellen und ihren Zugang erläutern. Die einfache Online-Verfügbarkeit setzt allerdings voraus, dass keinerlei Schutzfristen und -Rechte mehr bestehen, über die ein Archivar im Einzelfall wachen müsste. Für Kirchenbucheinträge in Deutschland sind das z.B. bei Taufen 120 Jahre, bei Trauungen und Sterbefällen 100 Jahre. Für die Bücher (oder ggf. einzelne Seiten) gilt dabei der jeweils jüngste Eintrag.

Katholische Kirchenbücher

Den Anfang macht Matricula-Online. Dabei handelt es sich um eine von Österreich ausgehende Sammlung von öffentlich zugänglich gemachten Kirchenbuchbeständen, hauptsächlich katholischer Gemeinden. Von besonderer Bedeutung für Holzwickede ist dabei der Bestand der kath. Gemeinde St. Stephanus, der erst seit kurzem online verfügbar ist. Der Online-Dienst macht den Gang in das Bistumsarchiv in Paderborn unnötig und wartet bei dem Bildern auch mit einer deutlich besseren Qualität auf, als die in Paderborn verfügbaren Mikrofilme.

Der Zugang zu Matricula ist in deutsch oder englisch möglich und vollständig kostenlos. Es ist auch keinerlei Registrierung erforderlich, lediglich die Nutzungsbedigungen sollten sich Besucher durchlesen und sich daran halten: die Lizenz schließt eine kommerzielle Nutzung aus und bei Veröffentlichungen aus dem Bestand wird ein Belegexemplar erbeten. Der Dienst wird von ICARUS finanziert und zur Verfügung gestellt, einer in Österreich ansässigen internationalen Stiftung für Archiv-Recherche. Zum Einstieg gibt es eine Suche über die alphabetische Bestandsliste, eine Landkarte mit den Standorten, zu denen die Bücher gehören und auch eine Ortssuche. Für jeden Ort sind die Bücher nach Jahrgang sortiert und noch nach dem Eintragstyp (Taufen, Sterbefälle, Hochzeiten, Register ...) geteilt aufgelistet. Ein Buchsymbol öffnet eine kurze Beschreibung des aufgelistetetn Bestandsteils inkl. einer Bemerkung über evtl. noch bestehende Schutzfristen. Ein Fotosymbol kennzeichnet den Zugang zu den Bildern der einzelnen Seiten, soweit die Schutzfrist jeweils abgelaufen ist.

Die Seiten können vergrößert oder verkleinert werden, zum besseren Lesen von Randnotizen gedreht und in Helligkeit und Kontrast soweit angepasst werden, dass die zu lesenden Stellen bestmöglich erkennbar sind. Das Blättern ist vorwärts und rückwärts sowie über eine Seitenliste am Rand direkt zur gewünschten Seite möglich. Ein Seitendownload wird nicht angeboten, aber der Link zur aktuell betrachteten Seite kann zum Merken gespeichert werden, und Screenshots sind natürlich auch möglich, soweit ggf. bestehenden Urheberrechte an der betrachteten Seite beachtet werden.

Evangelische Kirchenbücher

Deutlich länger als die katholischen Kirchenbücher sind die evangelischen Kirchenbücher schon bei Archion verfügbar. Archion ist ein kostenpflichtiger Dienst, der hauptsächlich evangelische Kirchenbücher aus Deutschland bereitstellt. Der Zugang zum Portal setzt eine Anmeldung voraus und den Erwerb einer zeitlich befristeten Nutzungserlaubnis. Die günstigste Variante ist derzeit der Ein-Monats-Pass für knapp unter 20€. Als Sprachen  für das Portal sind deutsch und englisch auswählbar. Die Bestände sind über die Gliederung der (evg.) Landeskirchen, Kirchenkreise und dann Gemeinde auswählbar. Bestandslisten der Gemeinden sind noch ohne Anmeldung einsehbar, für den Blick in die Kirchenbücher, auf die digitalsierten Bilder, ist dann spätestens die Anmeldung erforderlich.

Im Anzeigemodus der einzelnen Seiten ("Viewer") können die Bilder frei gedreht, in der Größe verändert und in Helligkeit und Kontrast angepasst werden. Für Veröffentlichungen wird ein "Permalink" der Seite bereitgestellt, der allerdings zum Betrachten wieder einen gebührenpflichtigen Zugang erfordert. Zusätzlich kann vom angezeigten Bildausschnitt ein PDF-Download angefordert werden. Auch hier besteht betriebssystembedingt die Möglichkeit, einen Screenshot zu erstellen, jeweils unter Beachtung des konkret für die Seite geltenden Urheberrechts. Links auf dem Bildschirm werden kleine Voransichten der folgenden Seiten zur Orientung angezeigt. Die jeweilige Seite lässt sich auch in einer eigenen Lesezeichenliste bei Archion merken. Im Browser lassen sich interne Lesezeichen nur auf dem Umweg über die o.g. Permalinks merken.

Historische Zeitungen

Das Projekt zeitpunkt.nrw stellt ein Portal zur Suche in historischen Zeitungen zur Verfügung. Dieses vom Land NRW geförderte Projekt stellt digitalisierte Lokalzeitungen aus NRW im Zeitraum von 1801 - 1945 öffentlich bereit. Der Zugang ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Die Bestandssuche führt über die Suchmöglichkeiten Zeitungen, Orte, Kalender oder über eine Karte mit den Erscheinungsorten der Zeitungen jeweils zur Übersicht über die erfassten Jahrgänge einer Zeitung und von dort zu einer Kalenderansicht mit Erscheinungsterminen. Jeder Termin enthält wenige grundlegende Angabe über das Exemplar dieses Tages mit der Möglichkeit, sich die Zeitung als PDF herunterzuladen oder durch einen Klick auf den Zeitungsnamen in den Viewer zu wechseln.

Die Zeitungsansicht im Viewer bietet vergleichbare Möglichkeiten wie bei Archion und Matricula: Blättern, vergrößern, verkleinern, drehen und verschiedene Einstellungen zur Bildqualität ermöglichen auch hier das Lesen selbst schwer erkennbarer Stellen, soweit das technisch möglich ist. Eine Suche im Zeitungstext ist nicht möglich. Der angezeigte Ausschnitt kann als Grafik oder die ganze Zeitungsausgabe als PDF-Dokument gespeichert werden.

Leider ist der Hellweger Anzeiger, in dessen Archiven sich viele interessante Artikel zu Holzwickede befinden, noch nicht über dieses Portal zugänglich. Alle alten Zeitungen aus Unna sind zwar bereits digitalisiert als PDF - Dokument verfügbar, die Dokumente werden allerdings nur zu Öffnungszeiten der Geschäftsstelle an Unna und nur an Ort und Stelle mit einem einzigen Arbeitsplatz verfügbar gemacht.

Eigene Bestände

Der Historische Verein hat auch eigene digitalisierte Bestände, die der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Über den Menü-Weg "Historisches" / "Materialsammlung" kommen interessierte Nutzer zu einer kurzen Auflistung der verfügbaren Stücke. Die Nutzung ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Die einzelnen Einträge führen in der Regel zu einer kurzen Beschreibung des Objekts und einer Verlinkung zur Anzeige mit den sogenannten "DFG-Viewer", der u.a. auch vom NRW-Landesarchiv zur Anzeige der digitalisierten Bilder verwendet wird.

Der Viewer bietet die Möglichkeiten zum Verkleinern, Vergrößern und Drehen der Dokumente. Möglichkeiten zum Einstellen von Helligkeit und Kontrast gibt es nicht.  Im linken Bereich findet sich oft die Kapitelstruktur, z.B. bei Büchern, alle Seiten  lassen sich direkt ansteuern. Die Navigation über vorwärts und rückwärts Blättern ist ebenso möglich wie das Einblenden von Mini-Ansichten der Seiten. Bei manchen Werken besteht die Möglichkeit, einzelne Seiten als Bild oder das ganze Werk als PDF-Datei herunterzuladen.

Highlights unseres Archives sind sicherlich die Opherdicker Gemeinderatsprotokolle von 1877 - 1895, die im Original leider inzwischen verschollen sind, bei uns aber digital erforscht werden können. Ortsgeschichtlich ebenso bedeutend sind das erste Kassenbuch von Hinnerwisch bis zum Kauf der ersten eigenen Druckmaschine ("Kassenbuch eines Gewerbetreibenden", 1898-1901) und die "Bausachen der Pfarre Opherdicke 1886-1890", die u.a. Kalkulation und Ausführung des Baus der Aloysiusschule in Holzwickede beinhalten.

Karten und Luftbilder

Zum Ende dieser Ressourcensammlung weisen wir noch gerne auf zwei Quellen von Luftbildern und Kartenmaterial hin: Der RVR betreibt einen für jeden verfügbaren Online-Kartendienst, der unter anderem historische Luftbilder des Ruhrgebiets ab der 1920er Jahre zeigt. Unser Kartenportal des Historischen Vereins hat ebenfalls Zugriff auf diese Luftbilder. Zusätzlich besteht hier die Möglichkeit, historische Katasterkarten, alte Wegeübersichten etc. zusammen oder im Wechsel mit der aktuellen Straßenkarten von OpenStreetMap anzuzeigen. Auch hier ist die Nutzung kostenfrei und ohne Login möglich.

In unserem Kartenportal findet sich auf der Startseite eine Auswahl von thematisch passenden Kartenzusammenstellungen. Nach einem Klick auf das gewünschte Thema erscheint die erste Kartemit Steuerelementen links und rechts oben. Mit dem Rahmen auf der linken Seite kann die Darstellung auf Vollbild umgeschaltet werden, was für die Kartenansichten generell empfehlenswert ist. Mit +/- kann der Massstab der Karte angepasst werden, mit Klicken und Schieben kann wie bei OpenStreetMaps oder GoogleMaps zur gewünschten Stelle der Karte verschoben werden. Das Stapel-Symbol auf der rechten Seite blendet die Auswahl der verfügbaren Karten ein. Zwischen den Karten im oberen Bereich kann damit umgeschaltet werden, der untere Bereich des Menüs blendet die dort auswählbaren Karten oder Informationen zusätzlich ein. Wer ein Kartenbild behalten möchte, muss einen Screenshot machen, wer einen Bildausschnitt verschicken möchte, bedient sich ganz rechts unten beim Link, der sich hinter "direkter Link" verbirgt. Z.B. indem man über die rechte Maus-Taste den Punkt "Link-Adresse kopieren" wählt.

Wir würden uns freuen, wenn diese Tipps zu vielen interessanten und erfolgreichen Recherchen führen. Wer bei der Bedienung der beschriebenen Portale Hilfe benötigt, kann sich gerne per E-Mail an den Autor wenden: andreas.heidemann(at)historischer-verein-holzwickede.de.




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