Geschichtswerkstatt





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Lappenhausen

Lappenhausen heute, das ist vor allem ein Straßenname im Holzwickeder Süden, direkt an der Bahnlinie Schwerte - Warburg in unmittelbarer Nähe zum Stausee Hengsen und dem Wasserwerk Hengsen der Dortmunder Stadtwerke.

Unsichtbar für den Wanderer sind die versteckten Zeitzeugen eines Geländes, dass schon vor tausend Jahren von Bedeutung war.

Zeittafel

Alternativtext des Bildes
Wirtschaftshof Lappenhausen

1174: Erste Erwähnung in der Gründungsurkunde des Klosters Oelinghausen: "Henricus van ther Rura", gleichzeitig edler Herr der Burg Herreke (=Opherdicke) unterzeichnet als Urkundenzeuge. Er war verheiratet mit Adelheid von Rüdenberg, der Schwester des Rabodo v. Rüdenberg zu Hegeninchusen (=Hengsen).

1399: Erwähnung der Herren von Altena genannt Lappe aus dem Geschlecht Sobbe zu Villigst, Schwerte und Elverfeld.

1378: Am 4. Oktober ist Agnes ("Neyse") von der Vierbecke mit ihrem Sohn und dem Dortmunder Junggrafen an einem misslungenen Übernahmeversuch Dortmunds durch den Grafen von der Mark beteiligt. Sie wird noch am gleichen Tag hingerichtet. In Dortmund ist noch heute am 4. Oktober "Pfefferpotthastfest".

1414 / 1418: Kauf des Rittersitzes Haus Vierbecke durch Lysa I. von der Rure.

1421: Engelbert v.d. Mark tritt die Gerichtsherrschaft über Hengsen an seinen Ritter Dietrich von der Ruhr ab.

1445: Lisa von der Rure heiratet Arnt Lappe (daher 'Lappenhausen' = 'Lappen-Platz')

1469: Wilhelm Lappe heiratet in 2. Ehe Elske von Freysendorp (damals in Haus Opherdicke)

1474: Arnd IV. von Lappe zur Ruhr, Herr zur Ruhr, Vierbecke, Hegeninghusen, Schwitten und Rheinen stirbt.

1486: Erwähnung der 'Luttigen-Mullen' (Ölmühle) im Schatzbuch der Grafschaft Mark als zum Hause Lappenhausen gehörig. 1844 wurde dieses Recht mit 2200 Talern an Ludwig v. Elverfeld abgelöst.

ab 1540: Das Patronat über die Kirche in Opherdicke wird mit den Fresendorfs (Herren auf Opherdicke) wechselseitig ausgeführt. Das Patronat der v. Lappe bestand schon vor 1500.

1600: Zerstörung von Haus Vierbecke durch Brand, kein Wiederaufbau.

1652: Die Witwe Anna von der Lappe übt die Gerichtsbarkeit (Jurisdiktionsrecht) über Hengsen aus.

1658: Johann Dietrich Lappe ertrinkt beim Baden in der Emscher (sic!). Seine Schwester Anna Margarethe Lappe ist Alleinerbin, heiratet mit 16 Jahren Heinrich Friedrich von der Mark zu Villigst. Aufgabe von Lappenhausen als Wohnsitz. Grabplatte an der St. Viktor-Kirche in Schwerte.

1719: Die Ruhr ändert ihren Lauf. Bisher floss sie direkt an der Burg vorbei. Die umfangreichen Graben- und Gräftenanlagen werden nach- wie vor aus den Bächen der Brauckstrasse und der Vierbecke gespeist.

1721: Drei Mitglieder der Familie von Hane auf Opherdicke ertrinken beim Überqueren der Ruhr. Die Grabsteine stehen im Turm der neuen St. Stephanus Kirche.

1777: Burg Lappenhausen wurde abgebrochen. Auf dem Gelände steht jetzt ein Wirtschaftshof, errichtet von den Herren von der Mark. Die heute sichtbaren Fragmente der Eulenmauer ...???

1800: Schifffahrt auf der oberen Ruhr zwischen Langschede und Witten-Herdecke wird eingestellt. Die weitere Strecke bis Mühlheim besteht bis 1890.

1905 - 1908: Die Dortmunder Stadtwerke bauen das Wasserwerk Hengsen.

1913: Baubeginn des Rangierbahnhofs Geisecke. Erstes Bauwerk ist die Brücke am Ende des Bahnhofs in Lappenhausen.

1936: Der Stausee Hengsen wird geflutet.

23. März 1945: Bahnhof Geisecke wird durch Bomben "dem Erdboden gleichgemacht", auch das Dorf Geisecke wird sehr schwer getroffen.

1945 - 196x: Aufbau u. Betrieb der Gaststätte durch Peter Krämer

1964: Erwerb Lappenhausens durch die Dortmunder Stadtwerke

1967: Der Wirtschaftshof Lappenhausen wird abgerissen.

1973: Abriss der Lappenmühle.

1989: Denkmalschutz für die Eulenmauer.

 

verfügbare Bilder

Die Lappenmühle im Luftbild (ca. 1950)
Der Hof Lappenhausen im Luftbild (ca. 1950)
Der Wirt steht hinter seinem Tresen
Lappenhausen von der Ruhr aus